Interview

Warum kandidierst du im September für den Gemeinderat?

„Im Hinblick auf die bevorstehenden Herausforderungen möchte ich in Turgi mehr Verantwortung übernehmen. In einer finanziell schwierigen Situation geht es nicht nur um weniger. Was es braucht, sind neue Lösungsansätze. Sowohl die Quartiere, als auch die Kooperationen über die Gemeindegrenzen hinaus müssen weiterentwickelt werden. Mit meinem beruflichen Hintergrund habe ich für entsprechende Problemstellungen ein vertieftes Verständnis. Damit ergänze ich das Spektrum des Gemeinderates auf ideale Weise in einem Umfeld, das komplexer geworden ist.“ 

Ist deine Wahl nicht als Kritik am bestehenden Gemeinderat zu werten?

„Überhaupt nicht. Auch dass sich alle Gemeinderätinnen  und Gemeinderäte wieder zur Verfügung stellen ist lobenswert. Eher hapert es bei den Absprachen im Vorfeld von Wahlen. Es ist ja nicht ganz einfach, Gemeinderäte und Gemeinderätinnen zu finden. Es geht deshalb nicht nur um diejenigen, die schon im Gemeinderat sind, sondern auch um diejenigen, die es sein könnten, wenn sie entsprechende Qualifikationen mitbringen und zur Verfügung stehen. Die BVT hat bereits letztes Jahr vor den Ersatzwahlen Gesprächsbereitschaft signalisiert. Eine konstruktive Zusammenarbeit begrüsse ich sehr.“

Ist das nicht etwas zu viel verlangt?

„Wieso? Man kann doch als Bürgerlicher nicht davon ausgehen, dass nur eigene Leute die Gemeinde weiter bringen. Zurzeit stellt die BVT  4 von 5 Sitze. Vor Jahren war es genau umgekehrt und deshalb hat sich die BVT formiert und war erfolgreich. Beide Extreme entsprechen nicht meinem politischen Verständnis. Gute Lösungen gedeihen auf einem fruchtbaren Diskurs unterschiedlicher Meinungen. So ist die Schweiz stark geworden.“

Welche Rolle spielt die IG-Turgi bei deiner Wahl?

„Die IG-Turgi ist eine Interessengemeinschaft, die sich politische Unabhängigkeit bewahren will. Ich bin selber schon seit den Anfängen im Kernteam mit dabei. Im aktuellen politischen Umfeld ist mir wichtig Farbe zu bekennen. Ich merke, dass das respektiert wird, sowohl bei der IG, als auch auf bürgerlicher Seite. Es gibt eine breite Akzeptanz für Kandidaten unterschiedlichster Couleur, wenn sie sich konstruktiv einbringen. Zudem freut es mich natürlich sehr, dass mich gleich zwei Parteien bei meiner Wahl unterstützen. Das hält mich natürlich nicht davon ab, auch Priska Meier als amtierende Gemeinderätin der IG-Turgi zu unterstützen.“

Was bedeuten für dich die Grünen?

„Die Grünen stellen ökonomische, ökologische und soziale Aspekte ins Zentrum ihrer Überlegungen und sind um eine gute Balance besorgt. Das gefällt mir sehr. Zudem profitiere ich von den Kontakten innerhalb der Partei, vor allem seit ich mich auch im Vorstand der Grünen Aargau engagiere. Lokalpolitisch spielen Parteien eine untergeordnete Rolle, trotzdem bieten sie eine gewisse Grundorientierung. Dass sich die SP und die Grünen hinter mich stellen verstehe ich auch als Signal, dass diese Perspektive im Gemeinderat untervertreten ist.“

Mit welchen Chancen rechnest du bei deiner Wahl?

Das kommt sehr darauf an, wie viel Energie die BVT in den Wahlkampf stecken wird. Da gibt es sehr unterschiedliche Strategien, die denkbar wären. Auf der anderen Seite bin ich aktiv und suche den Kontakt zur Bevölkerung. Aufgrund meiner Gespräche mit erfahrenen Leuten hat sich gezeigt, dass ich Turgi etwas Substantielles zu bieten habe. Ob das bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern entsprechend wahrgenommen wird, muss sich zeigen.

 

Gemeinderatswahlen 2017